17 Gedankenanstöße rund um den Rückruf

Emotionen & Training

Das, was den Rückruf mit deinem Hund erfolgreich macht, sind seine Emotionen HINTER dem Rückrufsignal.

Alle Lebewesen tun etwas, weil sie sich auf eine bestimmte Art und Weise fühlen wollen. So auch dein Hund.
Er zeigt ein Verhalten, weil es sich für ihn lohnt. Aber auch, weil es sich gut anfühlt, wenn er es ausführt.
Weil dann Freude, Glück, Befriedigung und Spaß in den Vordergrund rücken.
Soll dein Hund gerne und zu jederzeit zu dir kommen, wenn du ihn rufst, dann solltest du genau diese Emotionen beim Rückruf in den Vordergrund stellen.

Deswegen ist es so wichtig, dass du deinen Hund für den Rückruf immer, wirklich immer, mit tollen Sachen belohnst und somit diese Emotionen hervorrufst.
Dein Hund merkt sich das und er wird immer freudiger und sicherer auf den Rückruf reagieren.

Je aufgeregter dein Hund, desto weniger kann er sich konzentrieren.
Je aufgeregter dein Hund, desto emotionaler reagiert er.
Je aufgeregter dein Hund, desto interessanter die Umweltreize.
Je aufgeregter dein Hund, desto schwieriger der Rückruf.

Halte deswegen immer Ruhepausen auf dem Spaziergang und versuche deinem Hund auf einem niedrigen Energielevel zu halten.

Zu aufgeregt?

Mentaltraining!

Warum du den Rückruf deines Hundes auch in deinem Kopf trainieren solltest.

Nur deinen Hund zurück zu rufen wird nicht klappen.
Der Rückruf beginnt nicht erst beim Aussprechen des Rückrufsignals, sondern schon viel früher.
Er startet in deinem Kopf.

In deinem Kopf musst du klar vor dir sehen WIE dein Hund zu dir kommt.
Es darf sich ein Film eures perfekten Rückrufs abspielen.
Wie stehst du da, wie hältst du die Hand, wie fühlst du dich, wie sprichst du das Signal aus, wie reagiert dein Hund und wie sieht es aus, wenn er zurück kommt.

Mach dir heute einmal ganz klar, wie euer Rückruf aussehen soll.
Das ist eine der wichtigsten To Dos für einen erfolgreichen Rückruf.

Vertrauen in den Hund ist wichtig, damit der Rückruf funktioniert!

Wenn du schon bevor du rufst, davon überzeugt bist, dass es nicht funktioniert, dann ist das die denkbar schlechteste Voraussetzung für den erfolgreichen Rückruf.

Wenn es nicht funktioniert, weil euer Training noch nicht so weit fortgeschritten ist, dann stelle deinen Hund nicht vor zu schwere Aufgaben. So übt er sich nur im „nicht reagieren“ auf das Signal. Du frustrierst euch beide damit.
Wie bei jedem Training ist es sinnvoll die Anforderungen an das Leistungslevel anzupassen und nicht zu schwierig zu werden um Misserfolg zu vermeiden.

Wenn der Rückruf aber eigentlich gut funktioniert und ihr gut trainiert habt. Dann gibt es keinen Grund zu zweifeln – weder an dir noch am Hund.
Richte dich bewusst auf das Ergebnis aus, was du anstrebst.
Rufe mit der klaren Intention von „Mein Hund dreht gleich sofort um und kommt zu mir.“
Sei dir sicher, dass dein Hund zu dir kommt, wenn du ihn rufst.
Deine innere Haltung macht einen Unterschied. Beim Rückruf – und im gesamten Alltag.

Hast du schon beobachtet wie der Rückruf klappt, wenn du eine positive Haltung hast und wie es ist, wenn du zweifelst?

Vertrauen.

… Bauchgefühl

Wie oft rufst du eigentlich deinen Hund, auch wenn du tief in deinem Bauch spürst, dass es jetzt eh nicht klappt?

Ich kenne es selbst von mir, da wird einfach blindlings gerufen, obwohl ich weiß, es wird nicht klappen.
Und das Ergebnis, mein Hund kommt nicht.

Hör also ganz genau auf deinen Bauch, wenn du deinen Hund rufst

Lieblingshund-Training™ CLUB

Notfall-Rückruf

Rückruf

Kopfkino aus

Damit der Rückruf gut funktionieren kann, ist eines essentiell – sinnvolles Training.

Es gibt viele Möglichkeiten einem Hund beizubringen auf zurufen zu kommen. Allen gemeinsam ist, dass am Ende der Hund nur dann zuverlässig auch unter Ablenkung reagieren kann, wenn du ihm das auch beigebracht hast.

Manchmal vergessen wir das und das Training sieht ungefähr so aus: Wir bringen dem Hund in einem geschützten Rahmen bei was unser Rückruf Signal bedeutet. Das klappt auch gut. Solange keine Ablenkungen vorhanden sind, kommt der Hund freudig und sofort angeflitzt.
Und dann versuchen wir das Signal im Alltag zu nutzen und ihn zum Beispiel zu rufen, während ein anderer Hund vorbeiläuft.
In den meisten Fällen wird das nicht funktionieren und wir sind frustriert.

Dem Hund das Signal in ruhigen Situationen zu erklären ist in etwa Schulniveau der Klasse 1 – das Alphabet lernen und einfache Sätze lesen können.
Dann aber auch unter großer Ablenkung richtig zu reagieren, entspricht für den Hund der Anforderung Goethes Faust lesen, verstehen und interpretieren zu können.
Es fehlen also einige Übungsschritte, damit der Hund auch die höhere Anforderung mühelos beherrscht.

Was ist für deinen Hund die größte Ablenkung im Freilauf?

individuelles Training

sinnvolles Kopfkino üben

 

Stell dir vor wie genau es aussieht und sich anfühlt, wenn du deinen Hund rufst und er sofort umdreht um freudig zu dir zu flitzen!
Mal es dir genau aus.
Wie rufst du?
Wie ist diene Körpersprache?
Wie reagiert dein Hund?
Wie sieht er aus, wenn er auf dich zuläuft?
Wie fühlt es sich an, wenn er läuft und dann bei dir ankommt und ihr euch gemeinsam freut?

Überlege dir diesen Film für dein Kopfkino so gut wie möglich. Male ihn in allen Details aus.
Und lasse ihn immer wieder ablaufen, übe deinen Rückruf Film immer wieder über den Tag verteilt.
Wenn du deinen Hund rufst, dann lege in deinem Kopf auch den Film ein.
Und beobachte ob es einen Unterschied macht.

Es lohnt sich unterschiedliche Rückrufsignale zu haben!

Mindestens einen für den Alltag und einen für den Notfall.
Es ist ganz normal, dass sich im alltäglichen Miteinander kleine Nachlässigkeiten einschleichen und der Rückruf dann nicht mehr bombenfest funktioniert. Für normale Situationen ist das auch in Ordnung. Da ist es nicht schlimm, wenn du noch ein zweites Mal rufst. Oder der Hund nicht gleich reagiert. Oder vielleicht nicht ganz bis zu dir kommt, sondern ihr dann wieder gemeinsam weitergeht.
Kommt dann eine brenzlige Situation und ich muss mich 100% auf meinen Rückruf verlassen können, wird es aber mit solchen Nachlässigkeiten sehr schwierig.

Hast du für diese Ernstfälle einen Rückruf der super sicher funktioniert und der nicht durch den Alltag verwaschen wird, bist du immer auf der sicheren Seite.

Es gibt auch noch andere Gründe um verschiedene Signale für den Rückruf zu nutzen.
Trainierst du zum Beispiel auf dem Hundeplatz das klassische „Hier“ (was bedeutet: Komm schnell gerade auf mich zu und setze dich vor mir hin.) ist es sinnvoll, für den Alltag ein eigenes zu haben. Denn im Alltag ist das Vorsitzen des Hundes meistens eher unpraktisch und wir fordern dann nur das der Hund in unsere Nähe kommt.
Heißen beide Anforderungen aber „Hier“, hat dein Hund es unnötig schwer, aus dem Kontext abzuleiten, was jetzt gerade gefragt ist.

auf Nummer sicher

welche Schritte für deinen Hund?

Trainiere den Rückruf immer so, dass dein Hund gar nicht erst die Chance bekommt, etwas falsch zu machen.
So schaffst du positive Erfolgserlebnisse und dein Hund lernt über die Zeit, dass es als Reaktion auf den Rückruf nur eine einzige Option gibt – zu dir zu rennen. Die Reaktion wird automatisiert. Das ist so wertvoll!

Stell dir vor dein Hund steht plötzlich einem Reh gegenüber. Du rufst und er dreht auf dem Absatz um und kommt zurück, bevor er überhaupt darüber nachdenkt ob er kommen soll, oder nicht.
Damit die Reaktion aber so fest verankert werden kann, braucht es im Training Geduld und eine schrittweisen und zum Hund passenden Aufbau im Training.

Wenn du die verschiedenen Ablenkungen in eine Reihenfolge für deinen Hund bringen würdest, welche wäre das – von leicht nach schwer?
-anderer Hund
-Fahrradfahrer
– Vögel
– Rehe
– Futter

Nur Rufen, wenn etwas in der Umgebung passiert!
Ein NO GO.

Tust du das, dann wird dein Hund automatisch den Rückruf damit verknüpfen, dass irgendwas Interessantes in der Umgebung passiert. Der Rückruf wird somit zum Habacht-Signal.

Also ruf deinen Hund immer einmal wieder zum Spaß zu dir.

Jetzt passiert was!

Aufmerksamkeit

Ist dein Hund sehr aufgeregt draußen, kann das ein Grund dafür sein, dass er nur schwer auf deine Signale (auch den Rückruf) reagiert.
Ist sein Gehirn von Reizen überflutet, die er nicht ausreichend verarbeiten kann, dann ist keine Kapazität mehr frei um zusätzliche Anforderungen aufzunehmen und auszuführen.
Stell es dir ungefähr so vor: Du telefonierst mit einer guten Freundin. Der Empfang ist sehr schlecht und du hast Schwierigkeiten neben dem Rauschen auch die Worte zu verstehen. Wenn du dich richtig anstrengst, verstehst du vielleicht die Hälfte des Gesagten, aber Vieles geht auch unter. Vielleicht stellt dir deine Freundin eine Frage und du bekommst es gar nicht richtig mit.
Eine ähnlich anstrengend ist die Kommunikation mit deinem Hund auch, wenn er von den vielen Umgebungsreizen (dem Rauschen) so stark abgelenkt wird.

Noch mehr Training wäre hier kontra-produktiv.
In diesem Fall wird mehr Ruhe beim Spaziergang auch dazu führen, dass dein Hund aufmerksamer sein kann und deine Anforderungen verarbeiten kann.
Welche Möglichkeiten kennst du, um eure Zeit draußen entspannter zu gestalten?

Ist dir bewusst wie sehr positives Hundetraining die Bindung zu deinem Hund stärkt?

Trainierst du mit deinem Hund über positive Verstärkung, also Belohnung für tolles Verhalten, dann wird dein Hund dir immer mehr Vertrauen – weil er immer etwas Gutes von dir erfährt.
Er braucht keine Angst vor Strafe zu haben, keine Angst davor, dass ihm weh getan wird.
Er darf einfach vertrauen.
Und genau das ist doch die Grundlage für eine wundervolle Beziehung, für eure ganz intensive Bindung.

… Vertrauen

Horrorfilm im Kopf

„Wenn Buddy weit vorne läuft, sehe ich ihn immer schon auf die Straße laufen. Unser Rückruf funktioniert nicht, wenn er so weit entfernt ist.“
Zeigt dein Kopf dir auch was alles Schlimmes passieren könnte, wenn du deinen Hund rufst und er nicht reagiert?
Ja?
Das könnte eine Ursache sein, warum euer Rückruf nicht funktioniert.
Spielt dein Kopf die ganze Zeit Horrorszenarien ab, spiegelt das auch deine Körpersprache und deine Stimme wieder.
So ist es für den Hund gar nicht so einfach, zu dir zu kommen.
Es lohnt sich – da genau drauf zu achten und positive Gedanken zu üben. Stell dir in dem Moment wo du deinen Hund rufst, vor, wie er zu dir zurückkommt, statt dass er wegläuft.

Wenn der Rückruf mal nicht klappt, können die Ursachen vielfältig sein.
Von Missverständnissen in der Kommunikation, kleinen Fehlern im Trainingsaufbau, oder schlichtweg körperlichen Ursachen ist Vieles möglich.
Wenn es im Rücken zwickt, oder die Drehung in den Gelenken wehtut, dann kann es sein, dass der Hund zwar geradeaus recht gleichmäßig laufen kann, aber ein Umdrehen oder schneller laufen weh tut.

Auch wenn es im Ursachenforschung geht, gilt es immer ganzheitlich den Hund und seinen Menschen zu betrachten, damit alle Hindernisse erkannt werden können.
Daher findest du auf lieblingshund-training.de nicht nur Trainingsanleitungen sondern auch viele Möglichkeiten rund um die Gesundheit. In unserem Trainerkreis finden sich neben klassischen Hundetrainern auch Physiotherapeuten, Tierärzte und Heilpraktiker, die ihr Wissen in Kurse verpackt haben. Reinschauen lohnt sich!

Probleme? Ursachen?

Kannst du deinen Hund nur mit deiner Köprersprache zu dir rufen?
Probier es heute direkt aus und beobachte was passiert.

Ist es nicht ein gutes Gefühl den Hund auch ohne Worte zu dir einladen zu können?
Bemerkst du etwas an deinem Hund? Für viele Hunde verändert sich automatisch auch die Stimmung, wenn wir unsere Stimme weglassen und sie werden ruhiger.

 

Körpersprache

Lösungen

Du belohnst deinen Hund immer, wenn er kommt, kommt er aber nicht, dann wirst du schon mal grandig!
Nenene, nicht gut.

So lernt dein Hund einerseits, dass der Rückruf was Tolles ist, andererseits aber auch, dass er was Blödes zu erwarten hat.
Und genau das wollen wir beim Rückruf auf keinem Fall haben. Dein Hund soll immer gerne und freudig zu dir kommen.
Reagiert er nicht auf den Rückruf, dann stelle dir selbst die Frage, warum hat er nicht reagieren können.
War er zu abgelenkt?
Hast du so eine Situation noch nicht trainiert?

Und dann arbeite genau daran.

Liebt dein Hund Tricks?
Na dann ruf doch deinen Hund einfach einmal mit einem Trick zu dir zurück.

Hier eigenen sich alle Tricks, die dein Hund direkt bei dir ausführen muss:
Pfötchen geben
Zwischen deine Beine gehen
Handtouch
Bussi geben

Tricks bringen Abwechslung rein und ganz viel Spaß und du pimpst euren Rückruf enorm auf.

Belohnung nur mit Keks?